Heute widme ich mich der OVA Baby Love. Diese ist nicht sehr bekannt. Handelt es dich dabei um ein „Hidden Gem“ oder kann man gut drauf verzichten?
Story
Seara ist in den drei Jahre älteren Shuhei verliebt, aber der gibt ihr ganz klar zu verstehen, dass sie für ihn nur ein kleines Kind ist. Er würde es sich aber noch mal mit ihr überlegen, wenn sie größer und eine schöne Lady werden würde.
Vier Jahre später: Optisch zumindest hat Seara ihr Ziel erreicht. Sie ist hübsch und groß- man sieht ihr nicht an, dass sie gerade mal die sechste Klasse besucht. Ihre Eltern sind nach Amerika gezogen, aber sie lebt nun bei Shuheis Familie (Shuhei erkennt sie allerdings nicht mehr).
Nach wie vor setzt Seara verbissen alles daran, Shuheis Herz zu erobern. Allerdings ist dies nicht so leicht, da dieser eine perfekt wirkende Bekannte namens Ayano hat…
Die Story ist sicherlich absolut nichts Besonderes und man erwartet hier von vornherein kein Meisterwerk, aber eben nette, harmlose, ganz niedliche Unterhaltung.
Immerhin: Richtig gelangweilt habe ich mich beim Anschauen nicht. Aber wirklich niedlich fand ich diese OVA auch nicht, sondern ehrlich gesagt sehr übertrieben. Zum Beispiel finde ich es schon heftig, dass Seara wirklich bei Shuheis Familie einzieht. Sie bleibt nicht bei einer Freundin oder anderen Verwandten, nein, sie zieht wirklich bei der Familie ihres Schwarms ein.
Süß fand ich zwar eine Szene, bei der Seara kurz davor ist, ihre Gefühle zu gestehen. Sie wird rot und man hört auch ein lautes Herzklopfen. Leider wird das kurz danach zunichte gemacht, da sich Seara in den Kopf setzt, unbedingt größere Brüste haben zu müssen, um Shuhei zu gefallen. Und das wäre ja auch nicht unmöglich für sie, sie hätte es schließlich auch geschafft, 46 Zentimeter zu wachsen. Hä?
Überhaupt: Es gab einige schöne, ruhige Momente. Aber auch viele, die mich durch Searas übertriebene Schwärmerei eher genervt haben. Auch der Charakter Rai, ein Kumpel von Shuhei, soll wohl lustig sein, ging mir aber schnell auf den Senkel.
Es hat mich obendrein gestört, dass die Hauptfigur so extrem jung sein musste. Mir wäre es lieber gewesen, Seara wäre bei den Flashbacks zwölf gewesen und in der „Jetztzeit“ sechzehn. Klar, auch eine Zwölfjährige kann schon total verknallt sein, aber so wie es hier dargestellt wird? Sie vermisst ja auch zum Beispiel ihre Eltern, die jetzt immerhin auf einem anderen Kontinent leben, überhaupt nicht, da für sie nur Shuhei zählt. Das finde ich schon ziemlich extrem.
Charaktere
Seara, die Hauptfigur, wirkt an sich ganz nett. Allerdings: Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr fällt mir auf, dass ich diesen Charakter fast ein bisschen unheimlich finde. Sie ist nicht nur in Shuhei verliebt, sie ist richtig besessen von ihm!
Nicht nur, dass sie bei seiner Familie einzieht: Sie verkleidet sich als Schülerin seiner Schule und schleust sich dort ein, sie will für ihn so „perfekt“ werden wie Ayano, sie hat sonst wie viel Milch getrunken, um größer zu werden und mehr seinen Vorstellungen zu entsprechen… Sorry, aber das ist mir zu krass. Zumal gezeigt wird, dass sie Shuhei schon als Achtjährige ständig gefolgt ist. Ich habe mich beim Ansehen oft gefragt: „Seara, hast du außer Shuhei eigentlich auch noch andere Lebensinhalte?“ Sicher, sie ist sehr jung, aber trotzdem: Es wirkt einfach übertrieben.
Teilweise kam Seara auch echt dumm rüber. Sie sieht ja ihre „Konkurrentin“ Ayano als perfekt an, weil diese schön, intelligent und nett ist. Aber dann kommt der Oberhammer:
Mag sein, dass ich das Ganze zu ernst nehme, immerhin handelt es sich ja um eine kurze Romantikkomödie für Zwischendurch, aber für mich ist Searas Verhalten schon krankhaft.
Über Shuhei erfährt man im Prinzip nichts. Er sieht halt gut aus- und das war’s. Als Kind kam er auch noch ziemlich unsympathisch rüber, da er Seara direkt ins Gesicht sagte, dass er nur an ihr Interesse habe, wenn sie eine schöne Lady wird. Und auch hier: Ja, er war jung, aber trotzdem fand ich es ziemlich doof von ihm.
Dann gibt es noch einige Nebenfiguren wie eben Shuheis kleine Schwester Koharu, die es nicht schafft, ihrem Schwarm ihre Gefühle zu gestehen, die „Rivalin“ Ayano und dann noch Shuheis Kumpel Rai, der sich auf Anhieb in Seara verknallt. Aus Rai wurde ich irgendwie nicht schlau, da er einerseits ein witziger Charakter sein soll, andererseits sich aber auch teilweise wie ein besitzergreifender Mistkerl benimmt.
Mir ist klar, dass man in 30 Minuten Charaktere nicht so intensiv darstellen kann wie in einem längeren Film oder gar einer Serie, aber ich muss doch sagen: Die Figuren sind einfach schwach. Am ehesten konnte ich mich noch mit Ayano anfreunden, die relativ bodenständig wirkt.
Zeichenstil
Das Beste an der OVA. Ich persönlich liebe diesen typischen Look der 90er und somit fand ich „Baby Love“ visuell wirklich nett. Die Figuren sind alle sehr hübsch gezeichnet, mit großen, ausdrucksvollen Augen, die einem quasi zurufen: „Das hier ist ein Shoujo-Anime!“ Man fühlt sich bei den Zeichnungen sehr an Sailor Moon, Fushigi Yuugi oder Jeanne, die Kamikaze-Diebin erinnert.
Ehrlich gesagt: Würde mir der Zeichenstil nicht so zusagen, bin ich mir nicht so sicher, ob ich mir „Baby Love“ zu Ende angeguckt hätte.
Musik
Ich fand die Musik teilweise etwas fehl am Platz, da sie so aufdringlich wirkte. Es kam öfter mal vor, dass nach einem ruhigen Moment einfach aus dem Nichts laute Musik zu hören war. Es hat mich jetzt nicht extrem gestört, aber es ist mir halt aufgefallen.
Das Ending Theme, welches denselben Namen trägt wie die OVA selbst, ist zwar ein netter Popsong, bleibt aber auch nicht in Erinnerung.
Fazit
Ich muss leider sagen, dass mir „Baby Love“ abgesehen vom hübschen Zeichenstil nicht gefallen hat. Wenn man sich einfach nur mal ein bisschen berieseln lassen und nicht groß nachdenken will, ist diese OVA gut geeignet, zumal sie ja kurz ist.
Aber ich fand es weder sonderlich romantisch noch witzig, sondern eher nervig und oberflächlich. Die OVA besteht im Prinzip nur daraus, dass Seara alles Mögliche tun würde, um den langweiligen Shuhei für sich zu gewinnen.
Kurz gesagt: Muss man wirklich nicht gesehen haben!
Story
Seara ist in den drei Jahre älteren Shuhei verliebt, aber der gibt ihr ganz klar zu verstehen, dass sie für ihn nur ein kleines Kind ist. Er würde es sich aber noch mal mit ihr überlegen, wenn sie größer und eine schöne Lady werden würde.
Vier Jahre später: Optisch zumindest hat Seara ihr Ziel erreicht. Sie ist hübsch und groß- man sieht ihr nicht an, dass sie gerade mal die sechste Klasse besucht. Ihre Eltern sind nach Amerika gezogen, aber sie lebt nun bei Shuheis Familie (Shuhei erkennt sie allerdings nicht mehr).
Nach wie vor setzt Seara verbissen alles daran, Shuheis Herz zu erobern. Allerdings ist dies nicht so leicht, da dieser eine perfekt wirkende Bekannte namens Ayano hat…
Die Story ist sicherlich absolut nichts Besonderes und man erwartet hier von vornherein kein Meisterwerk, aber eben nette, harmlose, ganz niedliche Unterhaltung.
Immerhin: Richtig gelangweilt habe ich mich beim Anschauen nicht. Aber wirklich niedlich fand ich diese OVA auch nicht, sondern ehrlich gesagt sehr übertrieben. Zum Beispiel finde ich es schon heftig, dass Seara wirklich bei Shuheis Familie einzieht. Sie bleibt nicht bei einer Freundin oder anderen Verwandten, nein, sie zieht wirklich bei der Familie ihres Schwarms ein.
Süß fand ich zwar eine Szene, bei der Seara kurz davor ist, ihre Gefühle zu gestehen. Sie wird rot und man hört auch ein lautes Herzklopfen. Leider wird das kurz danach zunichte gemacht, da sich Seara in den Kopf setzt, unbedingt größere Brüste haben zu müssen, um Shuhei zu gefallen. Und das wäre ja auch nicht unmöglich für sie, sie hätte es schließlich auch geschafft, 46 Zentimeter zu wachsen. Hä?
Überhaupt: Es gab einige schöne, ruhige Momente. Aber auch viele, die mich durch Searas übertriebene Schwärmerei eher genervt haben. Auch der Charakter Rai, ein Kumpel von Shuhei, soll wohl lustig sein, ging mir aber schnell auf den Senkel.
Es hat mich obendrein gestört, dass die Hauptfigur so extrem jung sein musste. Mir wäre es lieber gewesen, Seara wäre bei den Flashbacks zwölf gewesen und in der „Jetztzeit“ sechzehn. Klar, auch eine Zwölfjährige kann schon total verknallt sein, aber so wie es hier dargestellt wird? Sie vermisst ja auch zum Beispiel ihre Eltern, die jetzt immerhin auf einem anderen Kontinent leben, überhaupt nicht, da für sie nur Shuhei zählt. Das finde ich schon ziemlich extrem.
Charaktere
Seara, die Hauptfigur, wirkt an sich ganz nett. Allerdings: Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr fällt mir auf, dass ich diesen Charakter fast ein bisschen unheimlich finde. Sie ist nicht nur in Shuhei verliebt, sie ist richtig besessen von ihm!
Nicht nur, dass sie bei seiner Familie einzieht: Sie verkleidet sich als Schülerin seiner Schule und schleust sich dort ein, sie will für ihn so „perfekt“ werden wie Ayano, sie hat sonst wie viel Milch getrunken, um größer zu werden und mehr seinen Vorstellungen zu entsprechen… Sorry, aber das ist mir zu krass. Zumal gezeigt wird, dass sie Shuhei schon als Achtjährige ständig gefolgt ist. Ich habe mich beim Ansehen oft gefragt: „Seara, hast du außer Shuhei eigentlich auch noch andere Lebensinhalte?“ Sicher, sie ist sehr jung, aber trotzdem: Es wirkt einfach übertrieben.
Teilweise kam Seara auch echt dumm rüber. Sie sieht ja ihre „Konkurrentin“ Ayano als perfekt an, weil diese schön, intelligent und nett ist. Aber dann kommt der Oberhammer:
Ayano ist schlecht in Sport! Sie ist gar nicht perfekt! Welch eine Überraschung für Seara, dass Ayano tatsächlich auch eine Schwäche hat und kein übermenschliches Wesen ist!
Lediglich dass Seara für Shuheis kleine Schwester Koharu Armor spielte und dafür sorgte, dass deren Schwarm seine Gefühle ihr gegenüber gestand, fand ich recht süß von ihr. Aber sie hat es eben auch hauptsächlich getan, weil Koharu ihre „zukünftige Schwägerin“ ist.Mag sein, dass ich das Ganze zu ernst nehme, immerhin handelt es sich ja um eine kurze Romantikkomödie für Zwischendurch, aber für mich ist Searas Verhalten schon krankhaft.
Über Shuhei erfährt man im Prinzip nichts. Er sieht halt gut aus- und das war’s. Als Kind kam er auch noch ziemlich unsympathisch rüber, da er Seara direkt ins Gesicht sagte, dass er nur an ihr Interesse habe, wenn sie eine schöne Lady wird. Und auch hier: Ja, er war jung, aber trotzdem fand ich es ziemlich doof von ihm.
Dann gibt es noch einige Nebenfiguren wie eben Shuheis kleine Schwester Koharu, die es nicht schafft, ihrem Schwarm ihre Gefühle zu gestehen, die „Rivalin“ Ayano und dann noch Shuheis Kumpel Rai, der sich auf Anhieb in Seara verknallt. Aus Rai wurde ich irgendwie nicht schlau, da er einerseits ein witziger Charakter sein soll, andererseits sich aber auch teilweise wie ein besitzergreifender Mistkerl benimmt.
Mir ist klar, dass man in 30 Minuten Charaktere nicht so intensiv darstellen kann wie in einem längeren Film oder gar einer Serie, aber ich muss doch sagen: Die Figuren sind einfach schwach. Am ehesten konnte ich mich noch mit Ayano anfreunden, die relativ bodenständig wirkt.
Zeichenstil
Das Beste an der OVA. Ich persönlich liebe diesen typischen Look der 90er und somit fand ich „Baby Love“ visuell wirklich nett. Die Figuren sind alle sehr hübsch gezeichnet, mit großen, ausdrucksvollen Augen, die einem quasi zurufen: „Das hier ist ein Shoujo-Anime!“ Man fühlt sich bei den Zeichnungen sehr an Sailor Moon, Fushigi Yuugi oder Jeanne, die Kamikaze-Diebin erinnert.
Ehrlich gesagt: Würde mir der Zeichenstil nicht so zusagen, bin ich mir nicht so sicher, ob ich mir „Baby Love“ zu Ende angeguckt hätte.
Musik
Ich fand die Musik teilweise etwas fehl am Platz, da sie so aufdringlich wirkte. Es kam öfter mal vor, dass nach einem ruhigen Moment einfach aus dem Nichts laute Musik zu hören war. Es hat mich jetzt nicht extrem gestört, aber es ist mir halt aufgefallen.
Das Ending Theme, welches denselben Namen trägt wie die OVA selbst, ist zwar ein netter Popsong, bleibt aber auch nicht in Erinnerung.
Fazit
Ich muss leider sagen, dass mir „Baby Love“ abgesehen vom hübschen Zeichenstil nicht gefallen hat. Wenn man sich einfach nur mal ein bisschen berieseln lassen und nicht groß nachdenken will, ist diese OVA gut geeignet, zumal sie ja kurz ist.
Aber ich fand es weder sonderlich romantisch noch witzig, sondern eher nervig und oberflächlich. Die OVA besteht im Prinzip nur daraus, dass Seara alles Mögliche tun würde, um den langweiligen Shuhei für sich zu gewinnen.
Kurz gesagt: Muss man wirklich nicht gesehen haben!
Comentario ha sido cambiado por último a las 26.03.2022 13:12.
Rezensionen – Baby Love
